Madness reigns


  Startseite
    Infos
    Kurzgeschichten
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


http://myblog.de/danabrixia

Gratis bloggen bei
myblog.de





Tamara

Ihre Gedanken waren genauso tiefschwarz wie der lange, wehende Mantel, den sie trug.

Wie konnte er es nur wagen?

Es war bereits stockfinstere Nacht und sie lief durch den Park. Der Park. Tags musste es ein wundervoll friedlicher Ort sein. Jetzt – in der Nacht – war dies der Ort, an dem sich mit Abstand der meiste Abschaum der Gesellschaft versammelte.

Ausgestoßene und Aussteiger, Verarmte und Arbeitslose, Junkies und Dealer, Huren mit ihren Zuhältern oder Freiern. Keine Nacht, in der dieser Park nicht mindestens eine Leiche auswürgte. Keinen Erstochenen, keinen Drogentoten; im Winter kamen jene hinzu, die im Rausch eingeschlafen und erfroren waren.

Kein Ort also, an dem eine wunderschöne Frau allein unterwegs sein sollte.

Und dennoch. Niemand – seien es Verbrecher oder die sogenannten Gesetzeshüter, seien es kleine Gauner oder Mörder, seien es Huren, die ihrer allnächtlichen Arbeit nachgingen oder die Junkies, die sich ihren nächsten und vielleicht auch letzten Schuss setzten – wirklich niemand kam dieser Frau zu nahe.

Der Kleinkriminelle, der sich bei einer Frau leichte Beute erhoffte, nahm von seinem Vorhaben sofort wieder Abstand. Er brauchte nur in die tiefblauen Augen dieser schwarz gekleideten Frau sehen, die so starr und eiskalt in die Nacht sahen und in einer Art und Weise funkelten, die eine Gänsehaut verursachte. Er musste nur in diese Augen sehen, um zu wissen, dass diese Lady keine leichte Beute darstellte. Sie stellte gar keine Beute dar, sondern einen Jäger.

Unbeirrbar und selbstbewusst schritt sie weiter und weiter durch den finsteren Park, der in ein gespenstisches Licht getaucht war. Der Mond schien auf den See in der Mitte des Parks. Die wenigen Straßenlaternen, die noch funktionieren flackerten unregelmäßig. Aber niemand kümmerte sich darum.

Niemals ließ diese schwarze Gestalt ihr Ziel aus den Augen, niemals zögerte sie in ihrem festen Schritt, niemals sah man etwas anderes als Wut und Hass in ihren Augen leuchten.

Und die Menschen, die den Park schon lange kannten, die Menschen, die Jahre hier in der düsteren Nacht des Parks verbracht hatten und noch immer hier lebten, diese Menschen wussten, dass diese Nacht in einer Tragödie enden würde. Denn sie hatten schon in viele Abgründe der Seele gesehen. Manche in zu viele.

Jene Kreaturen aber, die den Park schon Ewigkeiten vor den Menschen hier kannten, jene, die stark genug waren, in ihre Gedanken einzudringen, jene wussten, dass das Schicksal eines Menschen besiegelt werden würde, dass ein Mensch sterben würde. Einige dieser hielten sie für töricht. Nicht der Tat wegen – diese war etwas alltägliches. Sondern der Ursache wegen: Peter. Andere – jene, die selbst schon geliebt hatten – jene konnten sie verstehen.

Das große Apartmenthaus am anderen Ende des Parks war ihr Ziel.

Und immer wieder: Wie konnte er es wagen???

Ihre Seele schrie, ihre Gedanken wüteten, die Vernunft schwieg.

*****

Schließlich stand sie im Foyer des Hauses. Es war hell und freundlich eingerichtet, in keiner Weise kalt oder abweisend. Um so kälter wurde ihr Herz, um so abweisender ihr hübsches Gesicht.

Sie entschied sich, lieber nicht den Aufzug zu nehmen. Es könnte ihr jemand begegnen und sich später an diese finstere, dennoch wunderschöne Gestalt erinnern. Sie wollte nicht Schuld sein, dass die Medien sich zum Tod einer unbedeutenden Frau ihre Gedanken machten. Wohl möglich fiel Peter in seinem Schmerz und seiner Trauer Dinge auf, die ihm so nie aufgefallen waren. Sie wollte nicht verantwortlich sein, wenn eine Hatz auf ihresgleichen begänne.

Daher auch ihr Plan: Nein, sie würde nicht zu dem alten Klischee greifen und dieses Miststück beißen – wohl möglich noch in den Hals. Wenn es ihr auch – zugegebener Maßen – in den meisten Fällen großen Spaß machte, dieses Klischee zu bedienen. So wussten dieses kleingeistigen Menschen wenigstens, was mit ihnen geschah, wer ihnen gegenüber stand.

Draculas Tochter. Sie lächelte in Gedanken versunken. Draculas Tochter – das war es, was die meisten Leute im Moment ihres Todes dachten.

Lächerlich! Dracula. Ein verwirrter Mensch, der sich zu Höherem berufen fühlte. Dracula. Einer der grausamsten Menschen. Er mochte so vieles Gewesen sein.

Nur eines war es sicherlich nicht gewesen: ein Wesen der Nacht. Seine Seele mochte schwarz gewesen sein, aber bei all seiner Grausamkeit blieb er dennoch nur ein Mensch.

Nun gut. Ihr sollte es recht sein. Sie wusste es besser.

Während sie die Treppen hochstieg überlegte sie sich noch einmal ihr Vorgehen. Sie würde ihre Gedanken lähmen – eine leichte Übung. Dann würde sie den Selbstmord der Frau inszenieren, die ihr ihren Liebsten gestohlen hatte. Die Pulsadern würde sie ihr durchtrennen. Dann würde Peter, der ihre Liebe so sehr verschmäht hatte seine neue Geliebte in einer Lache ihres Blutes finden, wenn er am Montag auch London wiederkam.

Einen Teil des Blutes aber würde sie zu einem Teil von sich machen. Würde mit diesem Blut ihre ausgezehrten Zellen füllen, ihre Wangen rosig scheinen lassen – zumindest für diese Nacht.

Sie würde diesem Miststück ihre Gedanken nehmen und ansehen wie einen schlechten Film. Sie würde ihr all ihre lächerlichen Erinnerungen nehmen und sich königlich darüber amüsieren.

Endlich stand sie vor der Appartementtür und klopfte. „Blumen für die Lady!“, rief sie mit tiefer Männerstimme. „Rosen von einem Herrn Peter Tolken.“

Die Tür wurde geöffnet und sie sah eine zierliche Frau im Bademantel, mit einer gelblich-weißen Masse im Gesicht und Gurkenscheiben auf den Wangen.

„Ja?“ Sie sah sie fragend an und war sichtlich überrascht und verunsichert, in das Gesicht einer großen, schlanken Frau zu blicken.

„Entschuldigung. Ein Irrtum.“ Tamara drehte sich um und ging.

*****

Sie lachte und lachte. Wegen dieser Frau hatte Peter sie verlassen? Wegen dieses kleinen und lächerlichen Wesens?

Nun gut! Dann hatte er wohl auch nichts besseres verdient, als mit ihr zusammenzubleiben.

Sie ging in den Park. Sie war hungrig. Ein Opfer musste gefunden werden.

fertig gestellt am 09. November 1999 (und immer wieder erstaunlich aktuell...)
© 1999 by Dana Brixia / NHS
15.11.07 17:07


Werbung


Das erste Mal

Achtung, dies ist ein Kapitel aus einem Fortsetzungsroman, an dem ich arbeite und keine eigenständige Geschichte. Spaß hat sie trotzdem vielen gemacht

Ob es weh tun würde? Würde sie Schmerzen spüren? Ohne es je erlebt zu haben, konnte sie es sich vorstellen. Das harte, fordernde Eindringen, das sanfte Miteinanderverschmelzen. Die Ekstase. Und doch… wer sagte denn, dass es so sein würde? Allzu oft sah die Realität doch anders aus, als das, was die eigene Phantasie einem vorgaukelte. Zu sagen, sie habe keine Angst, wäre eine Lüge. So blieb nur eins: die feste Gewissheit, dass die Vorbereitung perfekt war. Er, der gut aussehende, neue Nachbar hatte sie zu Hause abgeholt und allein für ihn hatte sie ihr elegantestes und doch aufreizendes Outfit angezogen. Das Kleid war kurz – sehr kurz. Aber nicht zu kurz. Es war hochgeschlossen und dennoch so figurbetont, dass die wenigsten Frauen es sich hätte zu tragen leisten können. Die hohen Stiefel taten ihr übriges – ebenso das dezente Make-up. Ihr Date machte keinen Hehl aus seiner Begeisterung, als sie ihm mit einem Lächeln die Tür öffnete und er sie mit einem ehrlichen „WOW!“ begrüßte. Sie bedankte sich mit einem schüchternen Augenaufschlag.
Das Essen war grandios gewesen – eine perfekte Inszenierung. Wer hätte an der Unschuld des Abends zweifeln mögen?
Nun warf der Mond sein Licht durch die Wolken und schaffte so nächtliche Schatten im Park. Die Enten wippten in den leichten Wellenbewegungen, die der Wind auf ihrem Teich verursachte und Stille beherrschte die Welt. Entfernt konnte man ab und an das leise Rauschen eines Autos hören. Seine Blicke wurden begehrlicher. Er wollte sie – ohne Zweifel. Und mit ebenso wenig Zweifel wollte sie ihn. Ein perfektes Spiel. Sein Arm legte sich um sie, seine Hand rutschte tiefer ihren Rücken herunter, als dass man nicht mehr von klarer Absicht hätte sprechen können. Ein Lächeln flog über ihr Gesicht – und er sah es. So bestärkt zog er sie näher, sie atmete seinen Duft, drückte schließlich ihr Gesicht an seine Brust. Arme, die das Versprechen bargen, jedes Leid von ihr fern zu halten, umschlossen sie. Und für einen kurzen Moment glaubte sie es sogar. Seine Erregung war nicht mehr nur eine Vermutung, nicht mehr nur ein Geheimnis, das in seinen Augen funkelte. Sie spürte es und er wusste es. Bestimmend zog sie ihn zu dem kleinen hölzernen Pavillon, um den sich Efeu rankte und so jeden, der darin war, vor neugierigen Blicken schütze. Ihr „Komm“ war rau und er widersetzte sich nicht. Sanft drückte sie ihn auf die Bank des Pavillons und setzte sich über ihn. Zärtlich ließ sie ihre Finger die Konturen seines Gesichts nachzeichnen. Sein Atem wurde schwerer. Es war Zeit.
Er drückte seinen Kopf an ihre Brust und sie ließ einen Fingernagel liebevoll in seinem Nacken über die Wirbelsäule fahren. Oh ja, sie spürte, wie das Herz sein Blut in Wallung brachte, wie die Erregung ihn durchströmte. Perfekt.

Und sie stieß zu. Die Zähne durchdrangen mühelos das weiche Fleisch. Der Schmerz schien sie jedoch zu zerreißen. Nicht ihr Schmerz – aber seiner. Erregnung verwandelte sich in Angst. Und mit zunehmendem Blutstrom verwandelte sich Angst in Hingabe. Er hatte die Unausweichlichkeit schnell begriffen. Seine Seele verdunkelte sich und er schien es regelrecht zu genießen, wie sie saugte und ihre Zunge, ihre Zähne in ihn bohrte. Mit geschlossenen Augen lauschte sich dem Schlagen des schwächer werdenden Herzens. Jetzt war der Moment gekommen, aufzuhören, ihn zu retten, ihm das Leben zu lassen. Doch stattdessen trieb sie ihm die Zähne tiefer ins Fleisch. Alles – sie wollte alles! Die Arme, die ihr eben noch Geborgenheit und Schutz versprochen hatten, wurden schwer und fielen. Schlaff hingen sie an seinem Körper. Und sie genoss die Magie des ersten Mals – genoss ihn….

© by Dana Brixia
6.11.07 22:08


Prelude (to Madness)

Achtung, dies ist ein Kapitel aus einem Fortsetzungsroman, an dem ich arbeite und keine eigenständige Geschichte.

Warm umspülte das Wasser ihren Körper. Sanft, wie ein seidenes Tuch, schmiegte sich der Schaum um ihren erschöpften Körper. Das leise Plätschern, das ihre eigenen Bewegungen verursachte, verschleierte die finsteren Gedanken, die sie heimsuchten.

Das spärliche Licht der Kerzen flackerte, als ein Luftzug an ihnen vorbei strich. Sie schloss mit einem leichten Seufzen die Augen und wartet, dass er herein kam. Die Tür fiel leise ins Schloss und eine Hand tauchte in das Wasser, berührte sie am Arm und holte sie aus einer fernen Freiheit zurück in die Realität. Er beugte sich über sie, küsste liebevoll ihre Stirn. Ihr ganzer Körper schrie förmlich nach seiner Nähe, seiner Berührung, seinen Zärtlichkeiten. Ihre Gedanken jedoch sträubten sich, lehnten sich auf.

Er sagte etwas und sie lauschte seiner Stimme – nahm jedoch die Worte, die er sprach, nicht wahr. Wie betäubt ließ sie sich schlie0lich von ihm aus dem kälter werdenden Wasser helfen und in ein großes, flauschiges Handtuch einwickeln.

Würde sie ihm je verzeihen können? Nein, nicht so lange er schwieg.

Würde er ihr je verzeihen können? Nein, denn er wusste nicht einmal, dass es etwas zu verzeihen gab. Sie hatte ihm nie erzählt, wer sie war, was sie war. Hatte ihm niemals zugemutet, dieses Geheimnis mit ihr zu teilen.

© 2006 Dana Brixia
6.11.07 22:11


Das Meer

Manchmal, wenn sie die Augen schloss, meinte sie noch immer, das Meer rauschen zu hören. Schmeckte die salzige Luft auf ihren Lippen und spürte den harten Wind im Gesicht. Doch wenn sie die Augen wieder öffnete, dann sah sie nichts anderes, als die grell-bunten Lichter der Stadt zu den Füßen des Hochhauses, in dem sie nun lebte. Wie sehr unterschieden sich Verkehr und das Hupen der Autos von der leisen Brandung und dem entfernten Dröhnen der Dieselmotoren der Schiffe, die weit draußen auf hoher See ihren Weg suchten. Ob Segen oder Fluch – in jedem Falle war es eine gravierende Veränderung. Doch was hätte sie dort halten sollen? Dort, bei dem gellenden Schrei der Möwen und dem sanften Rascheln der Gräser auf den Dünen? Ihre Familie war schon lange vor ihr gegangen. Ein Fluch, der auf den Familie lag – oder doch nur auf dem Haus? Dem hübschen Haus am Rande des kleinen Dorfes? Wer glaubte schon an Flüche?
Sie tat es nicht – sie blieb. Der Kontakt zu ihren Eltern, anfangs ein wallender Strom, wurde zum müden Rinnsal und letztlich zum einzelnen Regentropfen, der auf verdorrten Wüstenboden fiel. Der pfeifende Wasserkessel riss sie aus der Melancholie der Erinnerung. Teezeit. Ja, es gibt Dinge im Leben, auf die man nie verzichten wird. Die Handgriff machte sie, wie im Schlaf. Die Augen waren schwer und müde. Was war es doch gleich, das sie hier tat? Richtig… fliehen. Fliehen vor dem Leben, fliehen vor der Heimat. Fliehen vor Menschen, die sie einst als Freunde betrachtet hatte. Wer braucht schon Freunde? Solche Freunde? Der dampfende Tee kondensierte an der Fensterscheibe. Die Welt wurde dunkler – und zugleich heller. Je mehr die Sonne ihren allabendlichen Rückzug antrat, um so mehr versuchten die Menschen sie durch buntes Neonlicht zu ersetzen. Ihre beleidigten Augen schlossen sich, denn sie wollten den mangelnden Respekt gegenüber der Nacht nicht sehen. Mühsam zwang sie sich, hinzusehen. Die Sterne verschwanden im diffusen Lichtsmog der Stadt – den Mond vermochte er nicht zu besiegen. Voll und rund blickte er auf die Welt herab und schickte seine silbernen Strahlen zur Erde. Und wen sie trafen, der lächelte – einen kurzen Augenblick voller Glückseligkeit. Eine einzelne Träne rann über ihr Gesicht. Die Mühe, sie wegzuwischen, machte sie sich nicht. Die salzige Perle rann über ihre Wange, eine hässliche Narbe hinweg. Eine Wunde, die verheilt war – oberflächlich. Denn in der Seele steckte noch immer der giftige Stachel, mit dem sie gerissen worden war. Die Hand vermied es, die Narbe zu berühren. Die Augen vermieden es, sie anzuschauen. Jeder vermied es, die einst so schöne, junge Frau anzuschauen. Fluch.
Der Abend war jung gewesen. Die Nacht lau und der Wind sanft. Wie ein Liebhaber hatte er ihre Haut gestreichelt, als sie ins Wasser gestiegen war. Das Meer, das so kraftvoll an ihren Beinen zog. Tang, der versuchte, sie festzuhalten. Wie herrlich war es gewesen, zu schwimmen, unterzutauchen, um kurz darauf wieder prustend durch die Oberfläche zu stoßen? Trog die Erinnerung? Sie war ein Mal untergetaucht, ein zweites Mal, dutzend Mal… wann ist es passiert? Wann vergaß sie, aufzutauchen? Wann ertranken Unschuld und Hoffnung? Das Meer hatte sie fortgespült. Eine eisige Hand hatte sie gegriffen und in die Tiefe gezerrt. Hand? Eine Klaue! Gnadenlos hatten sie verkrümmten Finger sie gehalten… gezogen… Konnte das Meer so grausam sein? Konnte es Kreaturen hervorbringen, die so erbarmungslos waren? Zum Spaß… töten? Ja – sie war gestorben, denn ihre Seele lag noch immer am Meeresgrund, wurde von den eisigen Händen liebkost und gestreichelt, wie es ihr Körper wurde. So rau und doch so…. schön? War es das? War es das, was sie den Verstand kostete? Dass sie sich nach den Berührungen sehnte, die gespaltene Zunge spüren wollte, die ihr Gesicht küsste? Sich in sie bohrte und nie wieder loslassen wollte? Die Tentakeln, die sich um ihren Hals schlangen und den Rest Leben aus ihr pressten? Gänsehaut überzog ihren Körper. Sie verzehrte sich nach dem, was geschehen war; und doch hatte sie es überlebt. Nur war sie heute nicht mehr als das – eine Überlebende. Keine Lebende.
Man hatte sie gefunden – Tage später. Der grausame Liebhaber hatte genug von seinem Spiel; das Meer hatte sie entlassen – ausgespieen. Der Körper geschunden, die Seele gestorben. Grelles, weißes Licht, das in grellen, weißen Kitteln der Ärzte und Schwestern reflektiert wurde, verletzten ihre Augen, die nun die Dunkelheit des Meeres gewohnt waren – und sie herbeiwünschten. Das Essen… wo waren der Fisch, das Salz, das brackige Wasser des Meeres, die ihr so wunderbar mundeten? Der Raum zu klein – denn das Meer ist groß, weit… geheilt war sie entlassen worden – die Spielchen der anderen beherrschte sie. Geheilt in Körper und Geist. Doch ihr Geist… den Geist zog es zurück ins Meer, zurück in die Liebe. Der Körper verlangte das Wasser. Stundenlang hatte sie in der Badwanne gesessen – und doch blieben Verlangen und Sehnsucht. So oft sie auch die Augen schloss. Die kraftvollen Berührungen waren nicht mehr zu spüren. Nachbarn, Freunde, Feinde – alles starrten sie an, wenn sie wieder stundenlang durch die Brandung gelaufen war; auf der Suche nach dem Verlorenen. Auf der Suche nach der Unschuld.
Sie hatte es schließlich aufgegeben, war gegangen – geflüchtet. Die Flucht vor Erinnerungen und die Flucht vor denen, die behauptet hatten, sie zu lieben. Die Stadt bot ihr Zuflucht und Heil. Und dennoch hatte sie die Suche nie aufgegeben. Und wenn die Menschen, die das Licht liebten, schliefen, machte sie sich auf die Suche…

© 2007 by Dana Brixia
23.5.07 20:40


Download

Ab sofort stehen die ersten beiden Abschnitte von "Madness reigns" als "Hörbuch" zum Download bereit:

Prelude (to Madness) ca. 1,7 MB

1. Erinnerungen... ca. 3,7 MB
10.3.07 22:01


Webseite wieder online

Meine Webseite www.danabrixia.com ist wieder regulär online. Es fehlen zwar noch viele Stories, aber einiges gibt es schon wieder zu lesen.

Blessed Be
Dana
19.2.07 21:05


[erste Seite] [eine Seite zurück]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung